Mittwoch, 27. Mai 2020

Historisches - Von der IT-Sicherheit zur finanziellen Sicherheit

„Weshalb hast Du keine Uhr?“ fragt sie.
„Die einen haben die Uhren und die anderen die Zeit“ antworte ich.


Januar 2004

Dem letzten Arbeitgeber, bei dem ich die vergangenen Jahre in der Steuerungstechnik als Projektleiter Robotik tätig bin, sage ich kurz vor Weihnachten 2003 adieu. Ah – endlich wieder frei. Nach fünf Jahren.

Und nun stürze ich mich hier in meinem eigenen Unternehmen in die Arbeit. Es gibt viel zu organisieren. Ralph Oberbillig Sicherheitstechnik.

Die Sicherheitstechnik. In meinem Leben in Süd-Afrika ein für mich faszinierendes Betätigungsfeld. Ab den Ereignissen, die wir seit dem Jahr 2001 als 9/11 kennen, wird weltweit einiges in der Überwachungstechnik im Eiltempo weiterentwickelt. Um das zu ermöglichen, werden in Deutschland die Gesetze geändert.

Fingerprint-Scanner zur Erfassung der Fingerabdrücke, Retina-Scanner zur Erfassung der jedem Menschen eigenen und einzigartigen Iris in den Augen. Kassen zertifizierte Kamera-Systeme. Telematik-Technik in Fahrzeugen zur Überwachung der Funktionen und zur Standortbestimmung und die Überwachung immobiler Objekte in Echtzeit. Das alles ist erst möglich, seit es die damals vor einigen Jahren eingeführte GSM-Karten für mobile Endgeräte und die dazugehörende Statellitentechnik gibt. All das ist zuvor nicht möglich.

Warum ausgerechnet die Sicherheitstechnik?

In Süd-Afrika, wo ich von 1996 bis 1998 lebe, schnellen nach dem Ende der Apartheid im Jahr 1993 die Kriminalitätsraten schlagartig in die Höhe. Der Konflikt zwischen den ehemaligen weißen Unterdrückern und der schwarzen Bevölkerung tritt nun offen zu Tage.


Überfälle sind damals an der Tagesordnung. Du kommst mit Deinem Auto an eine rote Ampel? – dann fahr einfach ganz schnell weiter, halte nicht an. Ein Auto umkreist Dich auf der Autobahn? – in Süd-Afrika nennt sich diese Art der Ausspähung Weltreise – dann zeig sofort Deine Waffe, bete dass das andere Auto bitte weiterfährt. Bete, das die Umkreisung nur ein Zufall ist.

Es gibt keine Munition zu kaufen, damals. Nicht weil es verboten ist, nein. Alle Munition ist schlicht so gut wie ausverkauft. Ein ungewöhnlicher, schier unvorstellbarer Gedanke für einen Deutschen. Die Weißen haben alle Vorräte zu Hause aufgestockt. Man weiß ja nie was kommt...

Und nicht nur das. Durch den Wegfall der Apartheid bricht nun auch der schon seit Jahrhunderten andauernde, aber bis dahin unterdrückte Krieg im Brudervolk der Xosas und Zulus offen aus. Der Grund für diesen Bantu-Krieg ist im Laufe der Zeit verlorengegangen. So wie alle Kriege, ist auch dieser ein sinnloser Krieg.



Die Schwarzen werfen sich gegenseitig aus den fahrenden Zügen, treffen sie auf die Menschen der anderen Seite. Sehr beliebt ist auch das literweise trinken von Benzin unter Zwang. Anschließend wird dem armen Teufel ein brennender Autoreifen um den Hals gelegt, bis es so heiß wird, dass das Benzin im Magen explodiert. Doch da ist er ja eh schon tot.

Die Weißen igeln sich ein. Verbarrikadieren sich und trauen sich nur ausgerüstet mit Waffen vor die Türe. Die beste Alarmanlage ist eine Meute Hunde auf dem eingezäunten Grundstück. Hunde, abgerichtet auf schwarz. Schwarz im Aussehen, schwarz im Geruch, schwarz in der Sprache, schwarz im Denken.

Mit meinen typisch deutschen Gedankengängen hin zu irgendwelchen möglichen Lösungen deutscher Machart bin ich hier vollkommen fehl am Platz. Diese Art von Denken gebe ich schnell auf. So verbringe ich denn auch Tage und Wochen mit fasziniertem Beobachten. 

Als ich das verstehe, öffnet sich für mich ein einzigartiges, faszinierendes Universum. Ich werde zum Süd-Afrikaner. Ich denke, spreche und verhalte mich wie sie. Ich sehe aus und lebe wie sie. Ich bin einer von ihnen. Ich bin ein „suid afrikaner Boer“ geworden. Das geht so weit, das ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland Schwierigkeiten mit meiner eigenen Sprache und meinen Landsleuten habe. Beides ist mir fremd geworden. Es ist da nicht mehr meines.

Süd-Afrika, das Land assimiliert mich, saugt mich in sich auf. Und es lässt mich bis heute nicht los. Mama Afrika kriecht mir unter meine Haut und sie sitzt dort bis heute. Und wenn ich nicht jeden Tag aufpasse… dann kommt sie heraus… Ohhh. In solchen Augenblicken wird es noch immer sehr schwer für mich in Deutschland. Dann höre ich ihren Ruf. Spüre dieses unfassbar starke Ziehen in mir. Und ich merke, dass das in Deutschland bis heute niemand versteht. Niemanden interessiert. Alle sind dauernd nur mit sich selbst beschäftigt.

Süd-Afrika schenkt mir die Chance, der zu werden der ich heute bin. Das ist mein größter Schatz. Danke.

Und damals lerne ich auch meine erste Lektion für die spätere Sicherheitstechnik: sei aufmerksam und wachsam. Beobachte, bewege und verhalte dich unsichtbar. Sei wie Wasser. Immer in Bewegung, durchsichtig, unergründlich und voller Energie. Und kommst du in Gefahr, mach dich innerlich so groß wie möglich. Übermenschlich groß. Denn dein Inneres spiegelt sich im Außen. Überwinde dich selbst. Und fliegen dir die blauen Bohnen auch um die Ohren, lasse dir den Schneid nie abkaufen.

Vor meinem Weggang aus Deutschland befasse ich mich seit 1992 mit der Sicherheit im Internet. Ein Thema, das vollkommen unbekannt ist. Damals hat in Deutschland die Sekretärin neben dem Kaffee kochen das Vergnügen, sich ein bisschen so nebenbei mit diesem neuen Zeugs wie eMails schreiben zu befassen. Wenn sie es überhaupt schon kennt. Sie muss es halt tun. Sehen ihre Vorgesetzten und sie oft selbst keinen Sinn darin. Es gibt ja Fax, das kennt man. Und Internet gibt es in Deutschland bis Anfang der 2000er Jahre nicht wirklich. Es gibt Datex-J und BTX. Pixelgrafik – keine Vektorgrafik. Und überteuerte, fest eingebaute Autotelefone. Altmodisches und rückständiges Zeugs halt. Und erst einmal keine Bereitschaft das zu ändern.

In Süd-Afrika gibt es 1998 schon Mobiltelefone und richtige Internetseiten. Durch eine Zufallsbekanntschaft habe ich Kontakt zur deutschen Außenhandelskammer in Johannesburg. Und damit komme ich in den Genuss, die erste Internetseite für die AHK in Johannesburg zu gestalten. Faszinierend. Damals ist das reine händische Programmierung am Macintosh. In einem Dritte Welt-Land, in dem nach der politischen Wende 1993 auch 1998 noch alles drunter und drüber geht, in dem das politische System kollabiert war, gibt es solche Dinge. Und es gibt Linux. Für die Serverwelt.

März 1998, Deutschland

Vorwärts in die Vergangenheit. Hineingepresst in alte, viel zu kleine Schuhe. Das ist eine unglaubliche Umgewöhnung.

Ich beginne, mich eingehend mit dem Internet zu befassen. Ist das möglich? Kann Datex-J und BTX hier bald auf den Müllhaufen der Geschichte? Können wir bald das sichere Betriebssystem Linux nutzen? Nicht Apple oder Microsoft? Die Dinge entwickeln sich.

Programmierung von Internetseiten. Dann kam die Absicherung hinzu. Suchmaschinen konsolidieren sich, schließen sich zusammen. Am Ende bleibt Google übrig. Der Name ist angelehnt an die englische Zahl Googol. Eine Zahl mit 100 Nullen. In deutscher Sprache heißt die Zahl "zehn Sedezilliarden", 10 hoch 100.

Und mit der Absicherung waren wir sehr rasch Hardware-lastig. Weniger die Server-Technologie – und hin zur mehr Firewall-Technologie. Fingerprint-Systeme für den Strafvollzug. Retina-Scanner für Babystationen in den Krankenhäusern. Damit nur Mütter und die Schwestern und Ärzte Zugang erhalten. Damit Kinder nach der Geburt nicht entführt werden können. Kassen zertifizierte Kamera-Systeme für Banken zur Absicherung.

Gehärtete Systeme auf extra Maschinen, verbunden mit einem gesicherten Netzwerk. Damals ist die Vorstellung in den Köpfen, ein Computer mit einem Microsoft Betriebssystem und ausgestattet mit einer Software, die die Bezeichnung Firewall eigentlich gar nicht verdient, ist ausreichend. Weit gefehlt. Noch immer gilt Absicherung, Sicherheit im Internet, fast nichts. Da war noch immer dieses neue Zeugs mit der eMail. Und jetzt soll da auch noch eine extra Hardware hinzu kommen? Unnützes Zeug. Das war die vorherrschende Meinung.

Erst als z.B. die Autohersteller beginnen, in den Zulieferbetrieben Sicherheitsstandards abzufragen, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI hinzu kommt, überhaupt erst jetzt einmal Standards formuliert werden, wird es erfolgreich. Einer unserer Firewall-Kunden ist eine große Anwalts- und Steuerkanzlei am Bodensee. Unglaublich: die haben zwar einen Server – doch null Absicherung. Und es ist ihnen zunächst nicht bewusst. Sehr heikel für eine solche Kanzlei.

Dann kommt der Kontakt zum Fraunhofer Institut. Das ist die Adelung. Ralph Oberbillig Sicherheitstechnik wird genannt neben Unternehmen wie Siemens und Bosch.


Wir sind sehr viel unterwegs. Hotel, Flieger, Hotel, Flieger… Wir besuchen die Vereinigten Arabischen Emirate. Es gibt ein gemeinsames Projekt der Handelskammer Baden-Württemberg mit dem staatlichen Telekom-Unternehmen Etisalat in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das Internet in der Wüste voran zu bringen. So haben wir nun einen Kontakt und sind in Dubai in der dortigen Handelskammer zu einem persönlichen Gespräch vorstellig.

Am 15. Dezember 2005 schreibt der Südkurier

Mitglied im Netzwerk

Das Unternehmen Ralph Oberbillig Sicherheitstechnik aus Salem ist Mitglied der „IT Security made in Germany“, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, organisiert vom Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie Darmstadt. Ziel der Initiative ist es, Produkte von Unternehmen der deutschen IT-Sicherheitsbranche auch international zu vermarkten und ein zwischenbetriebliches Netzwerk herzustellen.

Ralph Oberbillig Sicherheitstechnik bietet unter anderem Zutrittskontrollsysteme im IT-Bereich an. Das Unternehmen analysiert den Bedarf von Firmen und stellt Lösungen zusammen. Es ist das einzige aus dem westlichen Bodenseegebiet, das als Partner in die Initiative aufgenommen wurde. (sk)


Und so kommt es, das wir auf einmal im Gespräch sind, den neuen Flughafen in Abu Dhabi mit Firewalls aus Deutschland auszustatten. Leider kommt es nicht mehr dazu. Die Voraussetzungen sind ungünstig. Wir müssen ein Projektbüro Vorort einrichten und einen 50% arabischen Partner nehmen. Für uns ist klar: er kassiert – wir arbeiten.

Durch den ganzen Stress und eine ungünstige familiäre Situation werde ich dann leider krank. Mein Körper macht schlapp. Ich kann mich nicht mehr um mein Lieblingsthema Freiheit und Sicherheit kümmern. Muss mich um mich selbst kümmern.

Die Zeit des Nachdenkens – und eine lange Zeit der Transition.

Was nützt mir das schöne Geld, wenn ich tot bin? Nichts. Was muss ich ändern? Alles. Das Leben macht mir schon wieder ein Geschenk. Noch einmal bekomme ich eine Chance geschenkt. Und so darf ich alles ändern.

Wir legen alle Aktivitäten in Deutschland auf Eis. Und ziehen in unser Haus auf den Kanaren. Ändern. Ich darf noch einmal alles ändern. Alles.

Dort, in aller Ruhe und eingepackt in diese reine, warme, weiche Luft, die meine Nerven umgibt wie Watte, will ich ein Jahr lang nichts tun. Nur loslassen und nachdenken. Das ist meine Vorgabe für mich selbst. Die Dinge ruhig angehen. Doch wenn du gewohnt bist, die Füße eben nicht still zu halten, dann geht auch dein Kopfkino weiter. Der Film läuft. Tag und Nacht. Unaufhörlich.

Es sind die zufälligen Begegnungen, in der sich die Menschen gegenseitig bereichern. Und so fällt mir schon wieder etwas zu. Und ob ich will oder nicht… manchmal werde ich nicht gebeten, nicht gefragt. Auch nicht bei schönen Dingen.

Es ist zunächst die Begegnung mit einem Clochard. Ja, nennen wir ihn einen Penner. So sieht er aus. Ungepflegt. Warum auch immer er an diesem Tag – und nur an diesem Tag – so aussieht. Ich will mich nicht mit diesem Typus abgeben. Und doch, und doch… Wir kommen ins Gespräch. In dessen Verlauf sich herausstellt: der Typ ist Israeli und echt reich. Er ist damals der Vertriebsmanager einer deutschen Kosmetikfirma und sucht einen Vertriebspartner für ein ganz bestimmtes Gebiet. Ok, Vertrieb, das kennen und können wir. Nur anderes Thema. Ein schönes Thema. Ein Jahr lang Ruhe auf den Kanaren? Vergiss es. Eine neue Herausforderung. Klingt spannend.

Und so machen wir uns auf den Weg nach Los Angeles, Kalifornien. Wir können die Dimension dieses Abenteuers gar nicht begreifen. So fliegen wir dort hin mit der Absicht, uns das „mal anzusehen“. Hahaha.

Unser Vertriebsgebiet ist unglaublich groß. Von Alaska im Norden bis hinunter nach Kalifornien. Hinüber nach Nevada und fünf Flugstunden weit hinaus auf den Pazifik nach Hawaii. So fahren wir denn mit dem Auto von Los Angeles die Küstenstraße am Pazifik entlang bis nach San Francisco. Neun Stunden. Auf einem Abschnitt der Karte, der aussieht wie „Nix“, im Vergleich mit dem ganzen „Rest“. So klein. Und doch ist diese Strecke, diese Entfernung so unglaublich weit. So weit wie der Himmel.

Nach 13 Tagen fliegen wir zurück auf die Kanaren und sagen zu.

Wir werden vom deutschen Unternehmen geschult, zertifiziert. Unsere Kunden sind die  SPA‘s in Las Vegas. Ja, Las Vegas in Nevada, die Stadt, die von der Mafia gegründet wurde, um das illegale Glücksspiel zu legalisieren. Las Vegas bedeutet „grüne Wiesen“. Deshalb ist der Flor der Spieltische grün. Nevada bedeutet „das Schneeland“, las Nieves ist der Schnee. So heiß es im Sommer ist, über 50 Grad Celsius, so unglaublich kalt ist es im Winter. Kalt sind auch die Menschen. Kalt und ohne Bildung meist, ohne Krankenversicherung. Kein soziales Netz. Arme Teufel. Abgestumpft. Fast unmenschlich manchmal. Das einzige was zählt ist das Geld. Sex and Drugs and Rock n‘ Roll, Baby. Let‘s rock.

Wir werden sehr reich in Las Vegas werden, haben wir etwas zu verkaufen, was es in den USA nicht gibt, nie geben wird: Stille. Einfach nur – Stille. Doch die können auch wir nicht verkaufen. Die muss man sich selbst holen. Wie wir die Kanaren vermissen. Wie wir die Sicherheitstechnik vermissen. Das Befassen mit uns selbst. Dem Ausloten neuer Gedanken. Dem Überlegen, welche individuellen Lösungen wir in der Sicherheitstechnik dem Kunden anbieten können.

Das ist damals, das war einmal. Nicht ganz, haben wir doch auch immer im Gepäck: den Freiheits- und Sicherheitsgedanken, Absicherung, krisenfest sein. Linux. Wohlstand. Menschliches und technisches Netzwerken. Und dann kommt das Jahr 2008.

Nach 15 Monaten USA sage ich zu meiner damaligen Frau Bibi: „lass uns alles verkaufen. Wir gehen zurück nach Deutschland“. Die Stimmung in den USA ist eine ganz eigenartige. Noch nie zuvor hören wir Amerikaner auf ihren Präsidenten schimpfen. Bis jetzt. Bush junior ist auf einmal einer der unbeliebtesten Präsidenten. Ich sage: „da kommt etwas ganz Schlimmes auf uns zu. Lass uns zurückgehen nach Deutschland“. Mein Bauch sagt mir das. Ganz laut und eindringlich. Und Süd-Afrika lehrte mich, nicht nur in Gefahrensituationen auf meinen Bauch zu hören. Das nicht zu hinterfragen – sondern jetzt zu handeln.

Alle unsere Kollegen der anderen Unternehmen in Las Vegas halten uns für verrückt. Wir sind fest integriert in ein Beauty-Business-Netzwerk. Wir sind Mitglied in der Handelskammer in Las Vegas. Wir treffen uns jede Woche einmal an einem Tag morgens um 6 Uhr im Hard Rock Café auf dem „Strip“ zum „speed dating breakfast“ und halten dort kurze Vorstellungsrunden vor über 100 fremden Unternehmern zu unserem Unternehmen. Zack, zack, zack. Das Leben ist geil auf der Überholspur. Gib Gas Baby, drück das Pedal, drück durch bis zum Anschlag. Wir wohnen in der Nähe des „Strip“, im Stadtteil „Paradise“. Passend.


Es beginnt endlich zu laufen. Nun machen wir Geld. Die SPA‘s kaufen unsere Produkte aus Deutschland. Wir halten Seminare an den Schulen für angehende Kosmetikerinnen. Wir touren durch die SPA‘s mit Vorführungen. Die Amerikaner finden unseren deutschen Akzent niedlich. Wir nutzten das. Es beginnt… endlich…

2008

Wir sind wieder zurück in Deutschland. Und nach ein paar Monaten kommt: die Finanzkrise. Mein Bauchgefühl ist wahr geworden. Las Vegas Sands, eine der größten Baufirmen in der Stadt und die Stadt selbst sind über Nacht pleite. Lehmann Bros. hat mit der „Gier schlägt Hirn“ Methodik den Karren an die Welt-Wand gefahren. Wir haben die USA nicht überlebt.

So gut wie all unser Geld ist in den USA in der Wüste versandet. Was tun?

Jetzt hat Bibi die schöne Idee, ein Café zu eröffnen. Sie möchte das eh schon immer einmal machen. Ich wiederum möchte wieder in die Technik. Doch wie das eben so ist…

Ok, sage ich zu ihr. Wir drehen den Spieß jetzt einfach einmal um. Du bist jetzt die Chefin und ich helfe dir dabei. Wenn du bitte folgende zwei Dinge beachtest: nichts mit Schokolade und nie und nimmer in Singen am Hohentwiel.

Ich kenne die Stadt aus meiner Motorradzeit. Schmutzig, Kuttenträger, Ärger. Ok, ich habe damals auch eine Kutte an. Ich glaube, heute kenne ich den Ralph von damals nicht mehr. Jugendsünden halt.

Wenn du deine Gedanken auf etwas richtest, dann sei bitte vorsichtig was du denkst, was du aussprichst. Es kann sehr schnell zu deiner Wirklichkeit werden. Und so kommt es dann.

Bibi findet in Singen am Hohentwiel die geeignete Örtlichkeit mit dem tollen Thema Schokolade, Kaffee und Tee. Wir verkaufen innerhalb von drei Wochen unser Haus in Salem, kaufen eine Eigentumswohnung in Singen und übernehmen und renovieren das schoko.politan®. Ja, alles in drei Wochen. Damit beginnt unser Ausflug in den Einzelhandel. Er dauert sieben erfolgreiche schöne Jahre. Wir nennen es einen Erlebnis-Einzelhandel. Bis heute ist es der einzigste Erlebnis-Einzelhandel geblieben, den es in Singen jemals gab.

Wir schaffen eine Insel. Eine andere Dimension, in der die Zeit, die draußen auf der Strasse herrscht, keine Bedeutung hat. Menschen kommen in Hektik und verlassen uns wieder – komplett entschleunigt. Das ist genau so beabsichtigt. Namen oder Titel: im schoko.politan® haben sie keine Bedeutung. Hier sind sie Schall und Rauch. Für so manchen ist das eine Herausforderung.

Zuerst ein „Geheimtipp“, wird das schoko.politan® bald zum Magnet. Bewusst nutzen wir für uns den Pratfall-Effekt. Und als die Türe dann so richtig aufgeht, geht sie nie wieder zu. Viele unserer Kunden kommen aus der Region zwischen Zürich und Stuttgart.



Menschen wie der ZDF „anchorman“ Klaus Kleber, Götz Alsmann von „Zimmer frei“, die Band Kieran Goss, einem irischen Musiker oder der englische Schriftsteller Ken Follett und andere, besuchen uns aufgrund der Philosophie des schoko.politan®, die wie ein Leuchtturm weit hinaus strahlt.

Leuchtturmeffekt

Kieran Goss sagt uns zunächst nichts. Der Typ jedoch ist in Irland so berühmt wie Jesus in Deutschland. Er füllt ganze Stadien mit seinen Auftritten. Und so generieren wir innerhalb einer sehr kurzen Zeit eine einzigartige Marke. Geil. Und nur, weil wir alles anders machen, als alle anderen Geschäfte um uns herum.

Während der Zeit im schoko.politan® beschäftige ich mich mit Psychologie. Wieder bin ich fasziniert. Alles im Leben ist Psychologie. Und ich mache eine Hypnoseausbildung. Ich stelle fest: alles im Leben ist Hypnose. Und anschließend die Ausbildung hin zum Heilpraktiker Psychotherapie. Die Prüfung mache ich nicht. Ich möchte ja nur wissen, was mit mir los ist. Wirkt meine Erkrankung etwa noch immer nach? In meiner Seele? Im Unbewussten? Im Innen wie im Außen? Spiegelwirkung?

Und ich möchte wissen, weshalb die Menschen so ticken wie sie es tun. Wie kommt es, das manche Menschen bei uns entschleunigen können, andere wiederum nicht? Was machen die Sinne mit den Menschen im täglichen Leben? Was machen die unbewussten, kognitiven mentalen Muster in uns? Mit uns? Wie wirken sie? Lassen sich die Menschen gezielt steuern? Zu etwas bewegen, über das sie nie bewusst nachdenken? Weshalb ist das Emotionalgehirn wichtiger als das Rationalgehirn? Der Nervus Vagus und die Amygdala? Wie kann ich das nutzen?

Und so finde ich den Weg in die Psychologie im Einzelhandel. Hypnose, Framing- und Priming-Effekte. Ich gebe Coachings in mentalem Training. Rucksäcke aus der Vergangenheit ablegen können. Loslassen können. Kognitive Stärke und Freiheit. Neue Wege finden. Stark sein. Sicher sein. Da ist es wieder: Sicherheit. Und Freiheit. Willst Du sicher gehen, gehe in der Gruppe. Willst Du schnell gehen, gehe in Freiheit. Und im Reinen mit dir selbst.

Es hätte jetzt alles Gut sein können. Ich habe eine eigene Coachingpraxis in Singen am Hohentwiel. Die ersten Erfolge stellen sich ein. Doch dann gibt es da schon wieder ein Ereignis in meinem Leben. Ein Verkehrsunfall gibt meinem Leben wiederum eine neue Wendung. Ein Autofahrer übersieht mich in der Stadt mit meinem Fahrrad und da liege ich nun auf der Strasse. Mein elfter Brustwirbel ist gebrochen. Meine linke Schulter nur noch Matsch. Aus mit Coaching. Vollgepumpt mit Morphinen und anderen starken Schmerzmitteln kann man kein Mentalcoaching oder gar Hypnose machen. Ausgeschlossen. Aufgeben und Wehklagen? Auch ausgeschlossen.

Also suche ich nun wieder nach einem neuen Weg. Im Hinterkopf: Freiheit und Sicherheit. Was soll ich nur tun? Jammern und Beschweren? Nein. Bringt mich nicht weiter. In mich gehen und fragen: was willst Du in Deinem Leben? Ja. Welchen geschäftlichen Weg willst Du nehmen? Welchen Weg willst Du überhaupt gehen? Geld? Ja. Geld ist keine Sicherheit aber Freiheit. Ok. Geld. Doch es darf nicht zu meinem Lebensmittelpunkt werden. Geld. Mhhm. Welches Geld? Kapital? Ja Kapital. Ein Begriff mit großem Inhalt. Inhalt ist auch Innehalten. Nutze das, was da drin steckt, im Inneren.

Mein Kapital ist, andere Wege zu gehen als andere. Wege finden. Wege entstehen wenn man bereit ist sie zu gehen. Sie entstehen in diesem Augenblick. Auch für mich. Für jeden. In jedem Augenblick. So habe ich ein Ziel. Der Weg entsteht. Kapital. Sachwert? Ja. Kapitalanlagen Immobilien? Ja. Oh Mann Ralphi! Weshalb bin ich da nicht früher drauf gekommen? Weil meine unbewussten kognitiven emotionalen Muster in mir das verhinderten. Psychologie halt. Und so findet dann doch wieder alles zusammen. Jetzt macht alles einen Sinn.

Und so wird aus einem Jahr des geplanten Nichtstun auf den Kanaren eine längere Reise, in mehreren Etappen und mehreren Jahren, zu mir selbst. Eine Reifeprüfung mit Be- und Entschleunigung. Sicherheit. Gibt es nicht. Freiheit. Liegt da, vor mir ausgebreitet. Sicherheit in der Freiheit. Das ist Vollkommenheit.

Endlich angekommen

Mein Lieblingsthema Freiheit und Sicherheit hat mich wieder. Doch auf einer anderen, viel feineren Ebene. Der Wechsel vom IT-Sicherheitstechniker zum Finanz-Sicherheitstechniker ist vollzogen.


Als Sicherheitsexperte und Ideengeber in der Finanzdienstleistung empfehle ich die einzigartige Alternative: Kapitalanlagen Immobilien und Fondsprodukte. Sichere finanzielle Freiheit für Dich und Deine Familie! Aktiver Inflations- und Strafzins-Schutz. Grundbuch statt Tagesgeldkonto oder Sparbuch. Kapitalanlagen Immobilien als stabile Sachwertanlage.

Doch was ist das Kapital? Was wird in Zukunft damit? Können wir es auch künftig sichern? Ja. Weshalb verlieren wir 2008 alles in Las Vegas? War das absehbar? Ja. Weshalb müssen wir alle 2009 die Banken retten? Waren wir darauf vorbereitet? Nein. Weshalb wurden wir nicht einmal gefragt? Wird es sich wiederholen? Ja. Was macht Corona mit uns? Können wir uns vor dem viel gefährlicheren Virus auf dem Kapitalmarkt schützen? Ja. Durch warten oder reagieren? Nein. Durch agieren? Ja.

Wie entsteht der Euro? Wer gibt den Auftrag zum Druck? Was ist FIAT-Geld? Gibt es einen natürlichen Lebenszyklus beim FIAT-Geld? Was ist Inflation? Was ist Deflation? Was ist die Giralgeldschöpfung? Und überhaupt: wie funktioniert denn unser Geldsystem? Weshalb wird das nicht schon den Jüngsten in den Schulen gelehrt? Weshalb wird das Thema erst wichtig, wenn Menschen „ihr“ Geld am Ende des Monats auf dem Konto haben? War es das? Oder ist da noch viel mehr? Beginnt etwa genau hier an diesem Punkt die Geschichte erst so richtig interessant zu sein? Hier an diesem Punkt, an dem viele Menschen sich zurücklehnen und glauben, ihr erwirtschaftetes Kapital, vom Arbeitgeber am Ende des Monats überwiesen, sei sicher?

Es ist ja noch nicht einmal ihr eigenes Geld, es gehört ihnen nicht. Ja, richtig gelesen. Der Euro ist nicht das Geld der Menschen. Es ist das Geld der Banken.

Ja, hier beginnt es erst so richtig, interessant zu sein. Ab hier ist es unglaublich interessant.

Und so werde ich vom IT-Sicherheitstechniker zum Sicherheitstechniker in der Finanzwelt. Vom Geldwert in den sichereren Sachwert. Denn die Zahl auf dem Euroschein ist nur ein schöner Schein. Ein Versprechen der europäischen Zentralbank, der EZB. Von inneren Werten, von „Value“, hat sie nichts gesagt.


Ralph Oberbillig


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Kurz gefragt: was ist Hypnose?

Kurz gefragt: was ist eigentlich Hypnose?




Wir Menschen merken nicht, das wir uns permanent selbst hypnotisieren. Manche von uns ziehen sich sprichwörtlich an den eigenen Haaren selbst aus der Grube. Sie wechseln bewusst in eine Positiv-Trance. Andere wiederum sind in einer Negativ-Trance gefangen.

Interessant ist: diese Menschen tun etwas, von dem Sie keine Ahnung haben. Und Sie tun es perfekt. Das ist ja fast unglaublich! Doch nach diesem einfachen Wirkmechanismus funktionieren Naturgesetze. Auch wenn wir deren Prinzipien noch gar nicht komplett entdeckt haben oder nur ansatzweise verstanden.

Das 90-Sekunden-Experiment

Morgen Früh stehst Du wie gewohnt auf. Der Unterschied zum Gestern ist das Heute. Du gehst ins Bad und: lächelst Dich bewusst im Spiegel an. Du sagst laut, freundlich und bestimmend zu Deinem Spiegelbild: “Heute ist ein schöner Tag für mich. Mir geht es sehr gut!”.


Bitte lächle einfach weiter. Und wenn Dir vielleicht schon wieder nicht danach ist, so sagst Du Deinem Körper ganz bewusst: “mir geht es sehr gut!”. Wiederhole dieses ganze Prozedere bewusst für mindestens 90 Sekunden vor dem Spiegel. Hinsehen. Schau Dich ganz bewusst an und lächle.

Schau Dich ganz bewusst an. Lächle Dich bewusst an. Bring Dich zum Lachen! Du findest Dich absolut lächerlich? Hurra! Jetzt beginnt es zu wirken. Mach bitte bewusst weiter!

Wie Du gehst, so geht es Dir. Gehe deshalb bewusst sehr gut und aufrecht.

Integriere Deine Körperbewegungen und -haltung in Dein Seelenleben. Du fühlst Dich gut? Dann wirst Du auch gut und aufrecht gehen. Du hast Dein Seelenleben in Deinen Körper integriert. Und den Zustand Deines Körpers in Dein Seelenleben. Während Du Dir diesen Vorgang bewusst machst, beginnst Du im gleichen Augenblick damit, gut und aufrecht zu gehen. Du fühlst Dich wohl.

Nach 90 Sekunden wird Dein Gehirn genau zu dieser Einsicht gelangen und etwas sehr Wichtiges zu sich selbst sagen: “sie/er glaubt das es ihr/ihm heute sehr gut geht. Jubel Jubel Jubel, dann geht es auch mir heute sehr gut!”.

Probier es ruhig jetzt aus. Deine persönliche Ausstrahlung ist anschließend selbstbewusst, kraftvoll und dynamisch.

Zunächst ein kleiner Exkurs – Achtung: nur für Entscheider

Du entschiedest Dich jetzt in diesem Augenblick bewusst dafür, diesen Text aufmerksam zu lesen. Und Du bist in diesem Agenblick ja wirklich der Überzeugung, gerade etwas bewusst entschieden zu haben. Dir ist jedoch dabei vollkommen entgangen, das Dein Unbewusstein – im täglichen Sprachgebrauch hat sich Unterbewusstsein etabliert – Deine bewusste Entscheidung kurz zuvor zur Entscheidung freigab. 

Etwas verwirrend? Dein Unbewusstsein umgibt Dein Bewusstsein wie eine Sphäre. Alles aus Sicht des Unbewusstseins Nutzlose oder Schädliche wird herausgefiltert.

Das Unbewusstsein arbeitet ähnlich dem Zerberos. Der dreiköpfige Höllenhund der griechischen Mythologie ist der Pförtner in die Unterwelt und lässt nicht jeden rein.

Daher kommt es, das sich mehrere Menschen an ein und das selbe Ereignis unterschiedlich erinnern können. Und diese Menschen sind der festen Überzeugung, nur ihre Perspektive sei die wirklich wahre.

Über Ralph Oberbillig

Das Wohl des Menschen steht bei Ralph Oberbillig an erster Stelle. So steht der Mensch als Individuum im Mittelpunkt der Tätigkeit.

Ich folge also humanistischen Prinzipien und arbeite analog den Sprachmustern von Milton H. Erickson und dem lösungsfokusierenden Weg von Steve de Shazer. Darüber hinaus nutze ich nicht-direktive Techniken analog Carl R. Rogers zum erfolgreichen Coaching. Der von mir gewählte lösungsfokussierende Weg nach Steve de Shazer besagt, das nicht das Betrachten und Behandeln des Problems die Lösung bringt, sondern die positive Ausrichtung auf die Lösung selbst.

Der amerikanische Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut Milton H. Erickson gilt als der Begründer der modernen Hypnose. Das ist jedoch nicht vollkommen korrekt, da Hypnose schon seit frühester Menscheitsgeschichte – siehe Schamanismus – angewandt wird. Die Hypnose wird kausal durch weitere Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation tangiert.

Der amerikanische Psychologe und Psychotherapeut Carl R. Rogers entwickelte die klientenzentrierte nicht-direktive Gesprächstherapie, deren wesentlicher Bestandteil die Einzigartigkeit des Individuums ist.

Der amerikanische Psychotherapeut, Autor und Jazz-Saxophonist Steve de Shazer entwickelte 1978 den Ansatz der Lösungsfokussierung zusammen mit seiner Frau Insoo Kim Berg.

Ja und was ist denn nun eigentlich Hypnose?

Bitte beachte: Showhypnose lehne ich ab. Sie hat ihren Platz in der Unterhaltungsindustrie und gehört nicht in die Praxis der positiven Lösungorientierung.

Ich spreche bei Hypnose von einem sanften und einfühlsamen Suggestivverfahren. Hypnose nutze ich exklusiv nur, wenn Du als Klient*in es wünschst und es wirklich willst – wirklich, damit es wirkt. Nichts geschieht ohne Deine vorangegangene Einwilligung. Hypnose kann ein Beschleuniger und Verstärker zur Lösungsfindung sein und kann den Zugang zum Unbewusstsein leichter öffnen.

In einem hypnotischen Zustand fällt es Dir eventuell leichter, Dich selbst, Deine Vergangenheit, einen schon einmal erlebten Zustand zu betrachten, noch einmal zu durchleben. Du kannst fantasievoll reisen oder Gewünschtes schon einmal gedanklich vorwegnehmen. Die Außenwelt, Zeitfaktoren oder Bewertungen spielen währenddessen keine Rolle. Dein Unbewusstsein übernimmt die Führung, ohne durch ein offensichtlich dauernd bewertendes Bewusstsein gestört zu sein.

Neben dem Wach- und Schlafzustand ist Hypnose der Dritte Zustand, einem Tagtraum ähnlich. Hypnose ist die absichtliche fixierende Konzentration auf einen bestimmten Gedanken, Situation, Zustand oder ein Ziel.

Was sind die Bestandteile der Hypnose?

Grundsätzlich sind dies vier Dinge: das gegenseitige Vertrauen, die schützende und entspannende Atmosphäre eines Dir sympathischen Raumes, die Empathie der/des Hypnotisierenden, und Deine Bereitschaft als Klient*in, Dich tatsächlich hypnotisieren zu lassen.

Bitte beachte: Hypnose ist seit dem Jahr 2003/04 schulmedizinisch anerkannt!

Hypnose ist kein einheitlicher Zustand, sondern ein durch verschiedene Induktionstechniken unterschiedlich erzeugter Trance-Zustand. Es lassen sich vom Normalzustand abweichende Gehirnaktivitätszustände erzeugen.

Es ist bekannt, dass die Wirkung der verschiedenen Induktionen auch von der Grundkonstellation des Gehirns eines Menschen abhängig ist. Daher kann ein und die selbe Induktion bei zwei Menschen unterschiedlich wirken und empfunden werden.

Hypnose ist ein bewusst willentlich herbeigeführter Zustand. Er ist kein willenloser Zustand und funktioniert nur mit der Bereitschaft der zu hypnotisierenden Person. Sie muss dazu bereit sein und es wollen (YES-Setting)!

Ja und was ist das Priming?

Die Politik, das Marketing und Public Relations und auch die Presse (u.a.) bedienen sich seit langer Zeit ausgiebig der Methodik des Priming. Priming ist die in einen Text, Bild, Ton oder Situation bewusst einfließende und alle 5 Sinne – schmecken, riechen, sehen, hören, spüren – bedienende Zusatzinformation. Sie bildet Hauptinformation ab, ohne das Du es zunächst bewusst wahrnimmst – nicht bewusst wahrnehmen sollst.

In der Werbung sagt Dir das Priming, was Du zu wollen hast. Unterschwellig weckt es Dein Verlangen.

Diese Art des hypnotischen Suggestionsverfahrens nennt sich Priming. Die gezielte Hypnose findet statt, ohne das es Dir bewusst ist. Du merkst nur, wie das Objekt Deiner Begierde, das Du soeben in der Werbung siehst, haben willst. Oder das Du den TV nicht abschalten willst. Nicht weggehen, obwohl schon wieder diese nervenden, störenden Werbebeiträge Deinen schönen Film unterbrechen.

Unbewusst nur nimmst die beiden tiefen Paukenschläge wahr: Bam! Bam! Das ist gewollt. Alles, was einen hypnotischen Anker setzt, hat direkten Eingang in Dein ZNS: dein zentrales Nervensystem. Das ist eine der Grundlagen für erfolgreiche Werbung. Da kannst Du Dich jetzt aufregen wie Du willst: um so besser!

Und dann siehst, fühlst, riechst, schmeckst Du: Deine Begierde.

Der knallrote dynamische Sportwagen? Die leuchtend weisse Yacht auf weitem türkisblauem Meer? Eine feminine Frau oder ein maskuliner Mann? Das Parfüm? Körper. Sonne. Das weiche geschmeidige Leder? Du kannst es riechen! Rieche es. Wie es duftet! Ja! Ja ich will!

Bam! Bam! Gehe niemals ohne Einkaufsliste einkaufen!

Und was kann Hypnose für Dich persönlich bewirken?

Eine nachhaltige Veränderung Deines eigenen Verhaltens. Ein gestärktes Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein. Das Erreichen der eigenen Ziele nachhaltig unterstützen.

Das Lösen von Blockaden, negativen Mustern, Rucksäcken, mentalen Fesseln, negativen Glaubenssätzen und Dogmen aus der Vergangenheit unterstützen.

Heilungsprozesse und Krankheitsverläufe können positiv beeinflusst werden.

Nichts geht von alleine. Daher gilt: Nur wenn Du wirklich – von Wirkung – bereit bist, aktiv an Dir zu arbeiten, erzielst Du Deinen Erfolg.


Ralph Oberbillig


Samstag, 31. August 2019

El Cóndor pasa - der Kondor zieht vorüber

El Cóndor pasa -  der Kondor zieht vorüber


Entschleunigt geniessend saß ich damals in meinem favorisierten, und einzigsten, Erlebnis-Einzelhandel schoko.politan in der Hegaustrasse in Singen am Hohentwiel und genoß einen exquisiten Kakao. Ich liebte diese Atmosphäre der bewussten Entschleunigung und des gelebten Genusses. Hier konnte ich einfach ich selbst sein, wenn ich es wollte, konnte mich fallen lassen. Das schoko.politan war wie die Menschen selbst: nicht perfekt. Und genau das machte es sehr sympathisch und einladend.

Und wie das so ist, wenn ich entschleunigt genieße, dann fließen, ja sprudeln die Gedanken. Ich reflektiere und sinniere mal wieder und neue Ideen ploppen vor meinem inneren Auge auf.

Und so kam mir damals in den Sinn, das viele Menschen oft einfach nur kopflos durch ein Leben stolpern. Sie bemerken noch nicht einmal, das es gar nicht ihr eigenes Leben ist. Das Leben das sie leben, ist ihnen antrainiert worden.



Und das Diktat des Trainings hält an. Spätestens seit ihrer Schulzeit wurden sie darauf getrimmt, brave und leicht zu beeinflussende und gelenkte Wähler und Konsumenten zu sein. Irgendwann schlossen sie ihre Ausbildung ab und suchten sich einen sicheren Arbeitsplatz. Sie haben sich arrangiert und eingerichtet. In einem Leben, das gar nicht ihr eigenes Leben ist. Ein sicheres Leben, ohne Freiheit. Sie tauschen ihre wertvolle Lebenszeit in Arbeitszeit und nennen es Work-Life Balance.

Es gibt nur zwei Menschentypen. Die einen bezahlen Eintritt um endlich zujubeln zu dürfen. Die anderen stehen auf der Bühne, ernten den Jubel, nehmen das Geld und leben.

Und wenn dann mal wieder das IOC, die FIFA oder eine Partei pfeift, dann werden brav die Fernseher eingeschaltet, Fähnchen ans Auto gehängt und gegröhlt was das Zeug hält. Erfüllte Erwartungshaltung par excellence.

Das ganze Verhalten erinnert mich an eine Schafherde, die immer in die Ecke der eingezäunten kleinen Weide flüchtet, wo man ihnen recht bunt und lauthals Sicherheit verspricht. Dort, wo der Wolf jetzt gerade nicht ist. Dort, wo der Schäfer Sicherheit verspricht. Wo es warm ist und dem Anschein entsprechend kuschelig und bequem.

Und genau so wurde es den Schafen ja versprochen: kommt hierher. Hier seid ihr sicher und glücklich! Niemand der Versprechenden hatte bis dahin den Schafen mitgeteilt, das es auch recht langweilig sein kann, permanent Versprechenden zu folgen und immer nur hin-und-her zu laufen. Sie hätten eh nur geblökt. Sie hätten sich nur gestört gefühlt. Also für sie alles ok. Komfortzone.

Auch wäre dem Schäfer und dem Wolf die Kontrolle entglitten. Ihr stillschweigendes Übereinkommen wäre gefärdet gewesen. Das wollten sie nicht. Darüber hinaus: wer fragt schon danach was Schafe wollen?

Leider werden irgendwann auch die bravsten, die arangiertesten und die eingerichtesten unter den Schafen geschlachtet.

El Cóndor pasa -  der Cóndor zieht vorüber. Weit oben mit den anderen Cóndoren.

Weit oben, schwebt er mit weit ausgebreiteten Schwingen über dem Geschehen. Lässt sich tragen von der Energie des Windes. Alles im Blick. Ohne störende Barrieren. Seine wachen Augen weit geöffnet, auf den Horizont weit hinter den Bergen gerichtet. Er liebt die Freiheit. Sucht und findet er den eigenen Weg. Braucht keinen Trainer, der ihm den Weg vorgibt. Er trainiert sich selbst.

Irgendwann einmal war auch der Cóndor ein Schaf. Damals suchte auch er Sicherheit. Er hatte jedoch genug von dem hin-und-her laufen und wollte leben. Er wollte weg von der kleinen sicheren Weide mit dem begrenzten Horizont. Er wollte frei sein und fliegen und die ganze weite Welt erkunden. Andere Perspektiven, andere Standpunkte kennenlernen, den eigenen Horizont erweitern.

Doch davor hatte das Leitschaf und die ganze Herde ihn mit viel Blökerei gewarnt. Der Cóndor würde nach einem langen und leidvollen Transformationsprozess vom Schaf zum Cóndor nie wieder die Möglichkeit erhalten als Schaf zu leben, behaupteten diese.

Man würde ihn fortan ausschließen und meiden. Das Leitschaf teilte ihm mit ernster Miene mit, das er dann ganz alleine sein würde. Er würde schon sehen was er davon hätte. Schrecklich sei das und er wäre ganz auf sich alleine gestellt, wiederholte das Leitschaf. Und überhaupt wäre es ja sowieso ganz und gar unmöglich von einem Schaf zu einem Cóndor zu werden.

Ist es dir aufgefallen? Würde, sollte, müsste, wäre etc. Der Konjunktiv ist die Sprache der gewollten Ohnmacht! Es ist die Sprache der Presse, die Sprache der Politik.

Dem Cóndor war das schnurz egal. Er weiß was er ist. Er weiß was er will. Sein Bauch sagt ihm, das der Schäfer, der Wolf und das Leitschaf unter einer Decke stecken und gemeinsame Sache machen.

Was der Cóndor weiß: auch das Leitschaf wird am Ende des Tages geschlachtet.

Gebe deinem Bauchgefühl also Raum. Dein Bauch ist dein Emotionalgehirn. Über den Nervus Vagus, einer der größten Nerven den du besitzt, ist es direkt mit der Amygdala in deinem Rationalgehirn verbunden. Dieser Nerv ist ein wahrer Herumtreiber und hat sehr oft seine Finger im Spiel.

Der Schäfer und der Wolf lachten ausgiebig hinter vorgehaltener Hand und Pfote über diese dummen Schafe und ob dieser gemeinen List der Kontrolle und des Steuerns der Herde. Wie einfach es doch ist, jemanden für die eigenen Belange einzuspannen und arbeiten zu lassen. Weiß man von den wirkungsvollen Techniken.

Religion, Hunger, vorangestellte ungeprüfte Annahmen, geschürte Angst vor Unbekanntem und Unbekannten: die Steuermechanismen die wirken.

Wie einfach das doch ist, jemanden das tun zu lassen was man möchte. Muß man doch nur ganz aufgebracht und entrüstet das schreckliche Gegenteil von dem erzählen was wirklich ist. Und so tun, als ob man das alles schon selbst erlebt hat. Ganz einfach ist das! Und ein ganz alter, ziemlich ausgelutschert Journalistentrick.

Dem Cóndor ist das egal. Er ist einfach nur er Selbst. Er agiert.

Und so wachsen dem Schaf, das ein Cóndor sein will, Flügel. Am Anfang ist das Fliegen schwierig und das Schaf weiß den Spott des Schäfers, des Wolfes und der anderen Schafe auf seiner Seite. Das Fliegen gelingt nicht immer auf Anhieb und er hat manche harte Landung zu meistern. Doch mit der Zeit und mit viel Übung werden die Flüge sicherer und die Landungen sanft und kontrolliert.

Und so wird aus einem Schaf eben doch ein Cóndor. Mit scharfen Augen und wachem Verstand. Er ist niemandem mehr Rechenschaft schuldig. Die Welt liegt ihm zu seinen Schwingen. Das Gemetzel an der Schafherde sieht er nicht mehr. Fliegt er doch immer höher und weiter seinem eigenen permanent weiter werdenden Horizont hinter den Bergen entgegen. Zusammen mit den anderen Cóndoren.

Schnitt!

Jedes Jahr ein Smartphone? Ich lief gerade an einem Plakat vorüber. Mein erster Gedanke: das ist wirklich krank. Was ist denn mit dem Gerät aus dem letzten Jahr geschehen? Ist es nicht mehr smart (smart = intelligent) genug? Bin ich smart, wenn ich Trends folge, anstatt diese zu setzen?

Es ist sehr gut, das ich ein Cóndor bin. Es ist sehr gut, das ich hoch fliege. Hoch, höher, weiter, schneller. Ich bin so stark!

Kennst du das wertvollste, das du besitzt? Es ist nicht das besagte Smartphone, das Auto, das Geld, das Haus, der Pool im Garten oder sonstiger materieller Besitz.

Es ist die Zeit, die du hier auf diesem verrückten Planeten verbringst. Es ist die Zeit die dir hier geschenkt ist, ein achtsames, glückliches und zufriedenes Leben zu leben. Nutzt du deine Chancen wenn sie sich dir bieten und machst du etwas daraus? Das hat nichts mit Herkunft, Status, Bildung, Religion, Hautfarbe oder Geld zu tun. Es hat damit zu tun, sich selbst bewußt zu sein und sich dann auf den eigenen Weg zu machen.

Es hat damit zu tun, eigene Ideen zu haben und zu verwirklichen. Den Mut zu haben, für das eigene Sein zu kämpfen und dafür einzustehen. Die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Es ist ganz egal ob man von dir bereitwilliges Konsumieren oder gröhlendes Fahnenschwenken zur WM erwartet oder das du brav deine Stimme bei einer Wahl abgibst.

Tue etwas bewußt und du wirst merken, wie geschmacklich fad dein permanentes Reagieren ist.

Menschen die reagieren und ihre Stimme abgeben erkennst du oft daran, das sie diese kleine rote Trillerpfeifen nutzen um auf sich aufmerksam zu machen. Es bleibt ihnen nichts anderes mehr übrig.

Die Frage ist: bist du wirklich glücklich damit? Oder kommen dir nachts doch Zweifel, ob du diesen Weg den du gerade gehen musst, auch der Richtige für dich selbst ist den du gehen willst? Ist es wirklich dein eigener Weg? Willst du es wirklich? Denn zwischen müssen oder wollen existiert ein tiefer Graben der von dir überwunden sein will. Er ist tief. Nicht breit!

Bitte beachte: Es gibt nur zwei Dinge in deinem Leben, die die du tun musst: du musst leben wollen und irgendwann musst du sterben.

Hast du den richtigen Partner an deiner Seite? Oder ist die jetzige Situation in deinem Leben alles nur wieder einmal eine einzige bequeme große Ausrede und Lebenslüge?

Hast du den Mut, dein eigenes selbstbestimmtes und glückliches Leben zu leben? Tue du den ersten Schritt. Warte nicht. Dein Leben wartet nicht.

Befreie dich von den Vorgaben Dritter. Und folge endlich deinen eigenen Gedanken. Denn der Gedanke führt, auch bei dir, zur Handlung.


© Ralph Oberbillig


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Montag, 26. August 2019

Das weite Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Das weite Land der unbegrenzten Möglichkeiten


Demgemäß ist ein Leben glücklich zu nennen, wenn es sich im Einklang mit der eigenen Natur befindet. (Seneca)

Jeder kann nur das geben, in dessen Besitz sie oder er ist. So ist meine Methode, die sich in meinem Besitz befindliche gelebte Wertschätzung meiner eigenen Person. Denn nur wenn ich mich selbst Wert schätze und in der Lage bin mich achtsam so anzunehmen wie ich bin, nur dann kann ich diese Wertschätzung auch an andere weitergeben.

Geht die Türe nicht auf, so ist sie nicht meine.

Die Geschichte die ich erzähle ist meine eigene Geschichte. Es ist eine Geschichte über das Warum im Scheitern und im Gewinnen. Alles was du in meinen Texten, Coachings, Seminare und Vorträgen erfährst, habe ich selbst erlebt.

Geburt: die Kündigung des ersten Habitats nach neun Monaten. Kindheit.

Was ist das, der Erfolg? Und wie kommt es dazu? Was hat das persönliche Scheitern mit dem persönlichen Erfolg zu tun?

Als Kind bin ich in einer meisst glücklichen, sorgenfreien und wohlbehüteten Kindheit aufgewachsen. Doch am Anfang meines bewussten Lebens, nach der Pubertät, war ich überhaupt nicht glücklich und nicht erfolgreich. Und erst mit 27 Jahren begann ich glücklich und erfolgreich zu werden. Wenn ich heute zurückdenke und die Vergangenheit betrachte, so komme ich zu dem Ergebnis, das mein Erfolg mindestens 10 Jahre zu spät erfolgte.

Der Versuch, etwas nicht zu tun.

Hast du schon einmal den Versuch gestartet, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ohne Bewertung zu betrachten? Probiere das mal aus. Ja, jetzt! Und was stellst du fest? Du fühlst dich wohl oder unwohl, wenn du an bestimmte Begebenheiten in der Vergangenheit denkst. Du hast ein gutes oder schlechtes Gefühl in der Magengegend. Doch du kannst nicht Nicht-Bewerten.

Warum? Weil du etwas tust, auf das man dich schon sehr lange konditioniert: du bewertest permanent, unbewusst.

Und du tust ja etwas Gutes. Bewertung ist wichtig. In der Historie betrachtet bedeutet dies: „ist das mein Futter, kann ich es jagen? Oder bin ich das Futter, das gejagt werden wird?“

Das Gute ist, du verabschiedest dich mit dem Vorgang der Bewertung für eine gewisse Zeit aus einem existierenden Zeitgefüge, dem „Jetzt“. Du stehst der dir meisst von Dritten zugedachten Situation in diesem Augenblick nicht mehr zu Verfügung. Jemand anderes als du selbst hatte bis vor ein paar Augenblicken eine Erwartungshaltung an dich gerichtet, die du erfüllen solltest. Und jetzt klinkst du dich bewusst aus und begibst dich gedanklich in die Vergangenheit. Oder wohin auch immer.

Die Frage die ich mir stellte.

Warum habe ich erst mit 27 Jahren angefangen erfolgreich zu werden? Was hat mich davon abgehalten, viel früher erfolgreich zu sein?

In der Hauptsache müssen wir uns also davor hüten, wie das liebe Vieh der Herde unserer Vorgänger zu folgen und weiter mitzugehen, wohin man eben geht und nicht, wohin man eigentlich gehen sollte. (Seneca)

In meiner Kindheit und Jugend hungerte ich, ohne es zu wissen, nach wahren Vorbildern. So wie es jedes Kind tut, ohne es zu hinterfragen.

Doch im Nachhinein betrachtet gab es keine solchen Vorbilder. Die Erkenntnis sagen zu müssen das die eigenen Eltern, die eigene Familie, im Nachhinein betrachtet keine wahre Vorbildfunktion hatte ist hart. Jedenfalls waren sie nicht die Vorbilder, die sie hätten optimal für mich sein müssen. Das ist ganz normal.

Und so tat ich das, was sehr viele Menschen tun. Ich folgte diesen unwahren Vorbildern. Ohne jemals deren oder mein Tun zu hinterfragen. Waren diese Menschen für mich damals alle erfolgreich. War ich doch nur ein Kind das seine Familie liebte. So wie meine Familie mich liebte. Mit besten und wahren Absichten. Kann ich ihnen böse sein?

Folgten diese Menschen eventuell auch nur jemandem, ohne jemals ihr eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen? Ja wussten diese Menschen gar nicht, das jeder Mensch seinen eigenen Weg zu Verfügung hat? Einen Weg, den er selbst beschreiten kann. Selbst beschreiten muß?

Ist es genau dieser Weg, der einem Menschen erst einmal bewusst werden muss?

Menschen die nicht fortgehen, kehren nie nach Hause zurück.

In diesem kurzen Satz liegt die ganze Wahrheit. Das Sprichwort hat mit Loslassen können zu tun. Es hat zu tun mit der großen natürlichen kindlichen Neugierde und der Lust am Abenteuer.

Werden wir älter, kommt uns diese Neugierde und Lust irgendwann abhanden. Meisst beginnt es im Kindergarten und Schule. Wir werden normiert, uniformiert und später konformiert. Die natürliche kindliche Neugierde und Lust am Abenteuer haben da keinen Platz.

Erst später, viel später, habe ich diese natürliche kindliche Neugierde und Lust am Abenteuer in mir wiederentdeckt. Das war in Südafrika. Was für ein geiles Gefühl! Es bewegt mich bis heute.

Loslassen können.

… weiß denn nicht jedermann, daß bei euren Lustbarkeiten gerade die Dümmsten am kräftigsten mithalten …? (Seneca)

Dein Vermögen loslassen zu können, hat mit deiner Motivation deine Angst zu überwinden zu tun. Du musst zuerst an deine vorhandenen Potentiale gelangen. Damit du anschliessend deine Hände für neue Dinge frei hast. Das Loslassen geschieht dann nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

Hast du Lust auf ein Abenteuer?

Dann schliesse bitte, nach lesen dieses Abschnitts, deine Augen und stelle dir einmal vor, deine beiden Hände umklammern mit aller Kraft deiner Fingern ein Seil. Du hängst also einfach so rum. Deine Finger und Arme schmerzen schon vom Klammergriff. Unter dir befindet sich das gefühlte Nichts, ein bodenloser Abgrund. Du fühlst, dieser Abgrund ist für dich unglaublich tief. Hast du Höhenangst? Und jetzt lass gedanklich einfach los, lass dich fallen. Ach, das geht nicht? Dein Kopf führt in der Argumentation und sagt dir etwas von herunterfallen und weh tun? Dein Bauch sagt dir: geil, ein Abenteuer!

Ich sage dir: lass los. Warum? Weil du dich in einer surrealen Situation befindest. Die Angst herunterzufallen, zu versagen, formt die Bilder in deinem Kopf. Die Angst hat das Regiment übernommen. Und dein Bauch funkt andauernd dazwischen sagt dir schon wieder: „alles Quatsch“. Du rufst in dich hinein: „Bauch lass bitte mal gut sein. Ich habe hier ein Problem. Denn ich weiß doch was ich sehe (das Nichts). Und der Abgrund scheint hier sehr tief zu sein. Ich sehe keinen Boden.“

Und ich sage es dir noch einmal: du befindest dich in einer surrealen Situation. Stelle dir bitte folgende Frage: „wie komme ich denn da an dieses Seil, an dem ich mich so krampfhaft festhalte?“ Du musst ja von irgenwo her gekommen sein, auf deinem Weg nach irgendwo hin. Und wenn diese Situation surreal ist, dann kann es doch auch sein, das du beginnst zu fliegen, wenn du das Seil los lässt. Wenn du deine Angst überwindest, wirst du es herausfinden. Dein Bauch weiß das schon. Denn der sagt dauernd: „los, los, los...“.

Wenn Du nicht weißt wohin, schau wo Du hergekommen bist. (aus dem Senegal)

Und jetzt lasse das Seil los. Ein warmer Wind trägt dich wie fast von selbst aufwärts. Du fliegst. Ungebändigte Freude erfüllt dich. Dieses Glücksgefühl in deinem Bauch. Es erfasst dein ganzes Sein. Du könntest schreien vor Glück. Du hast deine Angst überwunden. Du bist wieder handlungsfähig in deinem Leben.

Du darfst jetzt deine Augen wieder öffnen.

Bitte bedenke: wenn du scheiterst, dann scheiterst du zu 95 Prozent niemals an der dir gestellten Aufgabe. Du scheiterst, weil du Angst vor dem Scheitern selbst hast. Und diese Angst raubt dir alle Energie um dich weiterhin erfolgreich zu bewegen.

Ängste blockieren, Gedanken inspirieren. Willkommen in deiner Realität.

Realität bedeutet königliches Sein. So wie der englische Begriff real estate in seinem Ursprung königlicher Besitz bedeutet. Oder nehme den spanischen königlichen Fussballverein Real Madrid. Real bedeutet das Königliche. Wenn du also den Mut hast, dich in deiner eigenen Realität zu befinden, dann erhebt niemand mehr Hand über dich. Du allein bist die führende Person in deinem Leben. Du allein bestimmst, wo es in deinem Leben lang geht. Ein wunderbar, ein sehr guter Zustand.

Leider nehmen viele Menschen das Wort Realität ausschliesslich negativ wahr. Bei mir war das früher auch so. Mein Vater, der mich so gut wie nie in den Arm nahm, sagte oft zu mir: „Junge, hör mal auf zu träumen. Komm zurück auf den Teppich. Komm endlich in die Realität zurück“. Als Kind war ich ein kleines Träumerle mit großer Fantasie. Wie wunderschön!

Für ihn war seine Realität wohl kein Zuckerschlecken. Und genau dieses Gefühl übertrug er nonverbal auf mich. Und das genau in dem Augenblick, als er zu mir mit Gesten, Stimmungen und Worten sprach.

Ich liebe den Aphroismus. Philosophen sind die Freunde der Weisheit und der Wahrheit.

Aphroismen beschreiben in ihrer eigenen philosophischen und doch kurzen Art und Weise ganze Lebenszustände. Sie können Verständnis in Kurzform vermitteln. Und Verständnis ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Ach, du sagst: „das ist jetzt aber echt philosophisch...“.

So ist auch eine der wichtigsten Fragen im Leben: warum? Warum ist etwas so wie es ist? Was hat dazu geführt? Höre also niemals damit auf, Menschen, Aussagen, Dinge und Situationen zu hinterfragen.

Ich frage dich: „warum gehst du zum Arzt?“ Deine Antwort: „damit er mich wieder gesund macht wenn ich krank bin“. Ich frage dich: „warum macht der Arzt dich wieder gesund“? Deine Antwort: „damit der gleiche Mist bei mir wieder von vorne beginnen kann und ich wieder und wieder zum Arzt gehen muss“.

Für sich betrachtet ein unschlagbares Geschäftsmodell für Privatärzte. Oder für Gurus. Gut, das ich kein Guru bin. Ich bin Persönlichkeits- und Mentaltrainer. Ein achtsamer Aufmerksamkeitsmacher.

Es macht für dich doch gar keinen Sinn andauernd zum Arzt zu rennen, wenn der Grund des Unwohlseins nicht erkannt ist und der Arzt aus Zeitmangel nur die Sympthome bekämpft, anstatt sich dir voll zuzuwenden und die Quelle zu lokalisieren. Hinweis: Ärzte lokalisieren meist doch die Quelle und behandeln dann die Symptome.

Da ist es doch viel besser, ich habe eine mentale Technik mit der ich aktiv arbeiten kann, um nicht wieder krank zu werden. Was nicht beutet, das du nicht zum Arzt gehen sollst, wenn du krank bist. Gehe wenn du krank bist – aber nicht, weil man halt geht, weil es alle machen. Und nicht wegen dem gelben Zettel.

Was gehört denn nun zum Erfolg?

Das Verständnis ist ein großer Bestandteil. Und das Scheitern. Und mache dir nicht die Termini Dritter zu eigen. Mache deine eigenen Erfahrungen. Mache deine eigenen Aussagen. Du hast nicht nur ein Recht darauf. Du hast auch eine Selbstverpflichtung hierzu.

Das ist meine Geschichte. Du wirst dich darin wiedererkennen. Mal mehr, mal weniger. Meine Geschichte ist eine Geschichte des erfolglosen Scheiterns. Wer erfolglos scheitert hat schon gewonnen. Ich habe in der Vergangenheit gewonnen und gewinne auch im Jetzt. Und damit in der Zukunft. Angst ist ein Zustand, den ich mir seit langer Zeit nicht mehr leisten kann. Achtung und Respekt sehr wohl.

Und ich wiederhole meine Worte vom Beginn: Du kannst nur geben, was du selbst besitzt. Hierzu gehören Liebe und Achtsamkeit, Wertschätzung, Zuneigung, Respekt und Selbstvertrauen.

Scheitern gehört nun einmal zum Erfolg. So wie die Liebe zum Hass gehört, die Sonne zum Mond (die Dritte im Bunde ist die Erde. Jedoch soll das hier keine Dreiecksbeziehung werden). Oder wenn du so willst, so wie Yin und Yang zueinander gehören. Das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. Jeder Vogel hat zwei Flügel.

Wenn du dich also gerade in einer Phase des aktiven erfolglosen Scheiterns befindest, dann freue dich bitte. Denn danach folgt die Phase des Erfolges. Wenn du ganz unten bist, dann gibt es nur noch eine Richtung: aufwärts. Ich sagte aufwärts! Und nicht: im Kreis auf dem Kellerboden entlang der Wand.

Verständnis.

Das Leben ist ein andauerndes Auf und Ab. Erfolg ist das Drahtseil, auf dem du permanent über dem tiefen Abgrund balancierst. Erfolg erfolgt, wenn du in der Lage bist auf deinen Bauch zu hören und deinem Herzen zu folgen. Wenn du wirklich das tust, was dein Bauch und dein Herz zu dir sagen.

Lausche in dich hinein. Höre auf deine Gefühle. Sie sind die Sprache deiner Seele. Lasse diese Kommunikation zu. Wenn du ein reiner Kopfmensch bist, dann bedarf es einiger Übung. Das Kollektiv, die Aussenwelt, hat dich seit Jahrzehnten darauf konditioniert auf deinen Kopf zu hören. Logisches Denken.

Und wenn du wieder einmal heruntergefallen bist, dann ist es deine Aufgabe, wieder aufzustehen und weiterzulaufen. Erfolg ist, wenn du nach jedem Fallen auf der Leiter nach oben immer ein wenig höher einsteigst. Das kann weh tun. Oh ja! Du kannst sicher sein, das es weh tut.

Sich nicht mehr zu bewegen und den Mond wie ein Hund anzuheulen kann jedoch tödlich sein. Steh auf und lauf los! Auch wenn du im Augenblick noch nicht sehen kannst wohin: hier und jetzt kommt es nur darauf an in Bewegung zu bleiben. Auch mit blutigen Knien kann man noch laufen. Und du wirst merken: mit jedem Schritt wird es besser. Mit jedem Schritt werden die Schmerzen weniger.

Was bleibt sind Narben. Nur, wer schaut schon andauernd auf seine Knie? Niemand. Also macht das nichts.

So ist erfolgloses Scheitern ein Bestandteil des Erfolges. Wer erfolglos scheitert, kann nur gewinnen. Auch wenn es sich im Augenblick des Scheiterns für dich nicht so anfühlt.


© Ralph Oberbillig


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Donnerstag, 1. November 2018

Das Geschenk

Das Geschenk


Vor zwei Tagen. Wir fahren über die Autobahn. Unserem Ziel entgegen. Sehr früh. Wir haben einen Termin. Wir schweigen und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Wird es gut? Wird alles gut? Ja. Es ist bewölkt. Es ist dunkel. Finstere Nacht. Vor uns sehr wenig Verkehr. Nur die Lichtkegel der uns entgegenkommenden Autos beleuchten etwas die Strasse. Und dann... da ist dieser kurze Moment. Ein magischer Moment. Hell erleuchtete Wolken. Unglaublich hell. Jemand hat eine riesige Lampe am Himmel angemacht. Und dann… die Wolkendecke reißt auf. Nur ein schmaler Streifen. Nur ein schmaler Streifen Zeit. Der Mond. Unverhüllt. Fast voll noch. So groß. So wunderschön. Er passt genau hinein in diesen wolkenfreien Streifen. Es ist als ob das schon lange geplant ist. Dieser einzigartige Moment. Der Mond. So schnell er erschien ist er auch schon wieder hinter den Wolken. Verhüllt. Unsichtbar. Keine Lampe mehr. Nichts. Es ist, als ob dieser magische Moment nie stattfand. Dankbarkeit. Ein Geschenk.

Vor zwei Tagen. Wir fahren über die Autobahn. Unserem Zuhause entgegen. Sehr spät. Der Termin war gut. Wir schweigen und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Wird es gut? Wird alles gut? Ja. Es ist bewölkt. Es ist dunkel. Finstere Nacht. Vor uns sehr wenig Verkehr. Nur die Lichtkegel der uns entgegenkommenden Autos beleuchten etwas die Strasse. Und dann... da ist dieser kurze Moment. Ein magischer Moment. Hell erleuchtete Wolken. Unglaublich hell. Jemand hat eine riesige Lampe am Himmel angemacht. Und dann… die Wolkendecke reißt auf. Nur ein schmaler Streifen. Nur ein schmaler Streifen Zeit. Der Mond. Unverhüllt. Fast voll noch. So groß. So wunderschön. Er passt genau hinein in diesen wolkenfreien Streifen. Es ist als ob das schon lange geplant ist. Dieser einzigartige Moment. Der Mond. So schnell er erschien ist er auch schon wieder hinter den Wolken. Verhüllt. Unsichtbar. Keine Lampe mehr. Nichts. Es ist, als ob dieser magische Moment nie stattfand. Dankbarkeit. Ein Geschenk.



Vor einem Tag. Wir fahren über die Autobahn. Unserem Zuhause entgegen. Es ist später Nachmittag. Abend fast. Der Termin war gut. Wir schweigen und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Wird es gut? Wird alles gut? Ja. Es ist noch hell. Obwohl die Sonne sich schon auf ihren Weg macht. Hinter den Horizont. Dort wo sie zu Hause ist. Es ist bewölkt. Doch da ist dieser breite Streifen. Dieser breite Streifen Zeit. Wolkenfrei. Blauer Himmel. Es ist fast November. Doch der Himmel ist wie ein Abendhimmel im Frühling. Wir fahren ihm hinterher. Holen auf. Und irgendwann fahren wir in ihn hinein. Dieser einzigartige Moment hält an. Bis wir zu Hause sind. Dann ziehen die Wolken zu. Der blaue Himmel ist verhüllt. Unsichtbar. Nichts. Es ist, als ob dieser magische Moment nie stattfand. Dankbarkeit. Ein Geschenk.

Heute. Wir frühstücken. Es ist später Morgen. Es ist November. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen blauen Frühlingshimmel. Wird es gut? Wird alles gut? Ja. Unsere Herzen lachen. Keine Kompromisse mehr. Dieser einzigartige Moment hält an. Wir holen auf. Bis wir zu Hause sind. Es ist, als ob dieser magische Moment nie endet. Dankbarkeit. Wieder ein Geschenk.


© Ralph Oberbillig


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Montag, 11. Juni 2018

Der Künstler und die Knospe

Der Künstler und die Knospe



In den Händen des Künstlers Mal Myrtaj werden aus Marmor und Bronze abstrakte und teils figürliche Skulpturen.

Der bis 2019 in Singen am Hohentwiel lebende Bildhauer, geboren 1953 in Peja/Kosovo, erhielt seine Ausbildung an der Akademie der Wissenschaften und Künste des Kosovo in Prishtina (Akademia e Shkencave dhe Arteve e Kosovës) bei Professor Agim Çavdarbasha.

Der Bildhauer Agim Çavdarbasha wirkte mit großem Einfluss auf die künstlerische gegenständliche skulpturelle Entwicklung des Kosovo.

Mal Myrtaj kam 1999 nach Deutschland. Zuerst von 1978 bis 1989 als Kunstprofessor für bildende Künste in Presheva und Peja tätig, musste Mal Myrtaj aufgrund des ersten Balkankrieges den Kosovo verlassen. Über die Schweiz fand er seinen Weg nach Singen am Hohentwiel.

Am Anfang in jeglichem Tun beschränkt seine Kunst weiter ausüben zu können, fand er eine Möglichkeit bei einem ortsansässigen Unternehmen als Bildhauer gestalterisch zu wirken. Dort fand Mal Myrtaj auch die Materialien vor, die ihm die Fortführung seiner hochwertigen Kunst ermöglichten. Marmor und Bronze.

Mit Hammer, Meißel und Flex wird das Material so lange bearbeitet, bis der ursprünglich beabsichtigte Ausdruck, Zusammenhang und Darstellung nicht mehr ersichtlich ist.

Die ursprüngliche Relation wird komplett abstrahiert. In den Händen von Mal Myrtaj formt sich Neues. Es ist, als ob das Material endlich seinen gedanklichen Sinn, Form und lange erwarteten Zustand erhält.

Mal Myrtaj befreit es aus seiner Starre. Es ist, als ob es endlich zu Leben beginnt.

Was dem Betrachter zunächst den Eindruck von Brachialgewalt vermittelt, ist in Wahrheit doch ein sanftes ja fast liebevolles Streicheln und sinnliche Hingabe des Künstlers an das Material.

Marmor wird Form. Bronze formt sich in die wahre Bestimmung.

2016 geworden in den Händen von Mal Myrtaj ist Anjezë Bojaxhiu – Mutter Teresa. Ihre Büste steht in Singen am Hohentwiel, umrahmt vom sanften Grün des Hegau. Die international beachtete Arbeit ist das neueste exponierte Werk des Künstlers.

Mein Name ist Anjezë Bojaxhiu. Meine Eltern nannten mich Gonxha, die Knospe. Zart war ich und sanftmütig. Das Vermächtnis meiner Eltern war ihre Liebe.

Ich liebte meine Eltern. Geboren wurde ich in Skopje. Jeder von uns bekommt eine Aufgabe mit seiner Geburt.

Und diese Aufgabe ist ein Geschenk des Vertrauens. Eine Aufgabe, die das Leben erfüllt.

Auch mein Leben war erfüllt. Meine Aufgabe war Liebe. Ehrlich und mit reinem Herzen. Vergebung.

Mein Weg war bestimmt. Er begann in Shkodër. Zu früh starb mein geliebter Vater. Ich war traurig und verzweifelt. Früh entschied ich mich für ein Leben als Ordensfrau, suchte Jesus. Mein Glaube gab mir die Kraft zu lieben. Zu vertrauen. Zu vergeben.

Mein Weg führte nach Indien. Dort fand Jesus mich. Er sprach zu mir zwei Worte. Mich dürstet.

Zuvor war ich nichts. Nun war ich wirklich bei Ihm. Was ich schuf und wie ich wirkte, kann in einer Nacht zerstört werden. So schuf ich es trotzdem. Schuf es nur aus diesem Grund. Heiter war ich und fröhlich. Manch einer war eifersüchtig. Das Gute das getan wird im Leben, getan werden muss, wird morgen vielleicht schon vergessen sein. Doch nie hörte ich auf Gutes zu tun, gab den Menschen das Beste was ich hatte. Auch wenn es ihnen nie genug war. Trotzdem gab ich ihnen mein Bestes.

Mein Leben war das erfüllte Leben mit den Armen. Für die Ärmsten der Armen. Für den Frieden. Barmherzigkeit und Mitgefühl. Das was du den Niedrigsten der Niedrigen antust, das tust du auch mir an. Mich dürstet.

Der Schrei eines unschuldigen, ungeborenen Kindes ist der größte Zerstörer des Friedens. Den Siechenden und Aussätzigen versuchte ich ein anderes, ein zweites Leben zu geben. Ein Leben in Würde.

Liebe gab ich ihnen, Kraft und Zuversicht. Doch zu Beginn und am Ende war es doch alles eine Angelegenheit zwischen mir und Gott. Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen mir und anderen.

Seelig habt ihr mich gesprochen. Und Heilig. Und in meiner Heimat Kosovë habt ihr den Nationalfeiertag nach mir benannt. In Singen am Hohentwiel steht meine Büste. Geworden in den Händen von Mal Myrtaj.

Schaut mich an und haltet inne. Erinnert Euch was ist.

Doch vergesst den Weg in Euch nicht. Sucht und findet ihn. War ich doch nur ein einfacher Mensch der liebte, der vergab. Mit reinem Herzen. Vergebt mir.

Mutter Teresa

Mal Myrtaj ist seit 1978 Mitglied im Verein für Bildende Künste des Kosovo. Darüber hinaus ist er Mitglied im IBC Internationaler Bodensee-Club, Überlingen und im Kunstverein Singen am Hohentwiel. Unzählige Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Deutschland, Schweiz sowie im Kosovo zeugen von seinen künstlerisch hochwertigen Werken.

International erwähnt und anerkannt, bezeugt Mal Myrtaj einmal mehr mit seinen Skulpturen sein herausragendes Können und seine Hingabe und Liebe zur Kunst. Mit seinen Arbeiten bildet er die Brücke zwischen den Kulturen und den Sprachen. Er bereitet den Weg, macht neugierig und regt an zu kulturellem Austausch, Verständigung, Innehalten und Zusammenhalt der europäischen Familie.


© Ralph Oberbillig


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Donnerstag, 19. April 2018

Letztens war Ostermarsch

Letztens war Ostermarsch. Es wurde demonstriert.

Gegen Waffen und alles weitere Mögliche. Und für den Weltfrieden. Ach so, Ostern war natürlich auch noch. Aber das war nicht so wichtig. Wichtig war die Demonstration. Das Zeigen der ohnmächtigen Macht.

Letztens war Streik. Es wurde demonstriert.

Gegen diese ungerechte Welt. Für mehr Geld. Wir sind es Wert. Konnte man lesen. Wir haben viel Wut und kein Leben aber keine Stimme. Konnte man sehen und hören. Rote Plakate, rote Mützen und rote Trillerpfeifen, aus denen Rotgeschwurbeltes quoll. Keine Worte. Unbestimmte Töne. Menschen ohne Stimme haben nur noch die eine Möglichkeit der roten Trillerpfeifen. Sie haben sonst nichts. Erzählt man dir. Und du glaubst es. War ja schon immer so. Hast schon immer alles geglaubt. Dir konnte man schon immer sagen was los ist. Bist du doch teamfähig und verlässlich. Auf dich kann man sich verlassen. Sagt man dir wo es lang geht, läuftst du los. Fragst nicht. Hauptsache du weißt wo Norden ist. Und abends gibts bei Muttern was zu futtern.


Wenn du nichts weist, musst du alles glauben. Dann bist du da wo man dich haben will. Das ist schön. Nicht für dich. Für das System. Es ist schön bequem. Du gehst brav zu jeder Wahl, zahlst immer und fragst nicht. Ist dir eigentlich schon einmal aufgefallen, das nach jeder Wahl nie die regierten, die du wähltest? Ok, denkst du. Dann halt das nächste Mal.

Wieviele nächsten Male willst du noch über dich ergehen lassen und hinnehmen?

Psssst, sei doch still… die da oben… sie könnten dich hören… sag bloß nichts… triller noch ein wenig. Nimm die Piepe und piep noch ein wenig. Piepmatz du… im Käfig…

Die Türe ist auf. Schon sehr lange auf. Ab und zu wagst du einen Blick und bist dann traurig. Du merkst ja, das dir etwas fehlt, spürst es. Beschreiben kannst du es nicht. Schaust lieber wieder in die gewohnte Richtung. Die Anderen ja. Ich aber doch nicht. Nö, gibt bloß Ärger. Will doch nur meine Ruhe.

Sag einmal, hat sich denn nun etwas grundlegend für dich geändert durch deine Demonstration? Eine Änderung, die dir wirklich gut tut? Hast du deine Stimme wieder gefunden? Hast du ab jetzt wirklich mehr Geld? Hast du nun Wohlstand? Kannst Du ab jetzt wirklich in den Urlaub wann du willst? Kannst Du ab jetzt deinen Arzt frei wählen? Kannst du ab jetzt wirklich das Leben leben, das du dir für dich wünschst?

Baust du ab jetzt wirklich dein Vermögen auf? Kennst du dich jetzt wirklich aus in der Welt? Bitte verstehe, das meine Fragen etwas mit Wirkung zu tun hat. Und mit der wahren Wirklichkeit.

Oder bist du resigniert. Hast schon vor langer Zeit aufgegeben. Hat ja eh alles keinen Sinn. Da ganz tief in dir. Dort, wo du dir selbst nur sehr selten einen Blick gönnst. Weil es dich traurig und verrückt macht. Verrückte Macht? Ja die Macht ist verrückt. Sie ist abgerückt von dir. Weil du nie deinen Mund aufmachtest. Weil du dich nie artikuliertest. Weil du nie dein Gesicht zeigtest, nie für dich einstandest. Weil du nie aufbegehrtest. Weil du Angst hattest, etwas falsch zu machen. Und deshalb keine Entscheidung trafst. Dich nicht zu entscheiden ist natürlich auch eine Entscheidung.

Weil du lieber trillerst. Als Gleicher unter Gleichen. Auch wenn man dich nicht sieht oder hört in der Masse. Es gibt dir ein Gefühl von Sicherheit.

Und dann bekamst du eine weitere Gelegenheit. Zuerst sahst du es nicht. Du schaust ja noch immer in eine dem System genehme Richtung. Du hast in der Presse davon gelesen. Die Worte die du kennst. Sie sind dir vertraut. Verbieten. Kriminell. Illegal. Blase. Lass es sein. Finger weg davon. Der Staat wird es verbieten.

Hier ist ein Baustein. Nur für dich.

Du weißt, ein Haus aus Stein besteht aus vielen Bausteinen. Baue nun dein Haus des Wissens und der finanziellen Freiheit. Und lege diese dumme Trillerpfeife nun aus der Hand. Du brauchst deine Hände und deinen Mund.

Noch ein Baustein. Und nur für dich.

Wer loslassen kann, hat die Hände frei für neue Dinge. Du musst nicht das Problem betrachten und auch nicht bearbeiten. Lass es los. Und dann sei einmal ganz ehrlich zu dir selbst. Was möchtest du in deinem Leben wirklich? Du. Frage nicht schon wieder die Anderen. Frage nur dich selbst. Was willst du in deinem Leben wirklich? Wo willst du selbst sein in fünf oder zehn Jahren? Wo?

Das ist deine Lösung. Für sie hast nun deine Hände frei. Und jetzt lauf. Frag nicht schon wieder. Lauf.
Mache dir keine Sorgen. Mache dir Gedanken. Sorgen blockieren. Gedanken inspirieren. Sei inspiriert.
Du stehst Veränderungen oft skeptisch und verschlossen gegenüber. Obwohl es keine rationale Erklärung für dich gibt, wird die Veränderung von dir erst einmal als Bedrohung empfunden. Du lehnst sie ab. Das ist normal und verständlich. Bietet dir doch auch ein negativer Zustand Sicherheit.

Du kennst deine Grenzen. Sprenge sie und schaue über deinen Tellerrand hinaus. Werde vom Schaf zum Adler. Lebe deinen Traum.

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Gehe du voraus. Nein. Frage nicht. Lauf. Disruptiver Paradigmenwechsel bedeutet, das das Nichts und auch kein Niemand es aufhalten kann. Es hat schon begonnen. Also lauf. Und lebe deinen Traum.


© Ralph Oberbillig


Sonntag, 12. März 2017

Europa

Europa! Grande Dame der griechischen Mythologie und freudige Realität unserer Generation!


Aus einem leichten frösteln ist Dir eine ernsthafte Krankheit geworden. Hast vergessen, Dich rechtzeitig mit warmer Kleidung zu versorgen, mit guter Nahrung. Und nun hast Du Dir eine ernsthafte Krankheit eingefangen. Willst Du überleben, so darfst Du nun mitten in Deiner großen Not beginnen, Versäumtes nachzuholen. Warte nicht, bis man sich Deiner vollendet bemächtigt!

Warte nicht, bis man Dich zur Hure macht. Packe den Stier bei seinen Hörnern und reite ihn.

Dir ist kotzübel und es fährt auch gerade aus allen Löchern aus Dir heraus. Willst Du überleben, dann erinnere Dich an Deine Liebe, Deinen Willen und an Deinen Stolz! Erinnere Dich, wessen Kind Du bist! Erinnere Dich daran, weshalb Du geboren wurdest. Erinnere Dich, das Du das sehnsüchtige Ergebnis von unzähligen Generationen vor unserer Zeit bist. Die Sehnsucht so vieler Generationen, endlich alle in der Vergangenheit in Europa geführten Kriege als das anzusehen, das sie waren: menschenverachtend und nutzlos. Sie dienten nicht Deiner Prosperität. Nicht dem Wohl Deiner Menschen.

Und wenn Du einen Gast in Dein schönes Haus einlädst, er die Schwelle Deiner Türe überschreiten darf und Du Dich freust über seinen Besuch, dann zeige es Deinem Gast mit allen Dir vom Gastrecht zustehenden Mitteln. Gib ihm Speise. Gib ihm Trank. Und gib ihm Obdach. Zeige ihm, das Dein schönes Haus auch sein schönes Haus ist.

Doch wenn Dein Gast Deine Gastfreundschaft und Deine einladende Sprache missbraucht, wenn er zu Dir kam weil er dachte Du seiest zu schwach um für Deine eigenen Belange einzutreten, dann ziehe eine klare und eindeutige Grenze!

Gehe also hin und besorge Dir endlich warme Kleidung! Vergesse Deine Medizin nicht! Erhebe Dich vom Deinem Krankenlager und werde endlich erwachsen.

Europa, Dein Haus ist in Unordnung geraten. Despoten sind eingedrungen und haben versucht es zu verwüsten. Sie lassen nicht ab von Dir bis Du sie Deines Hauses verweist. So bringe es endlich in Ordnung. Und halte Dein Haus zusammen und eine es, mache es stark. Ein starkes Dach ruht, zusammen mit stabilen Wänden, auf einem stabilen Fundament.

Du bist ein Leuchtturm, umbrandet in stürmischer See. Fest stehst Du noch auf Deinem Sockel. Lasse Dich nicht Deines Fundamentes berauben!

Vergesse nie, wessen Kind Du bist! Steh auf! Sei standhaft. Sei stolz. Verteidige Dich! Sei gastfreundschaftlich einladend.

Europa!

Du Grande Dame der griechischen Mythologie und freudige Realität unserer Generation!


© Ralph Oberbillig


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